Vorbereitung und Anfahrt nach Aachen

Am Morgen des 17.07.2000 hatte ich mich, wie immer recht spontan, dazu entschlossen, eine Fahrradtour, diesmal in Richtung Frankreich, zu unternehmen. Da ich die letzte Etappe der Tour de France am 23.07. live erleben wollte und am gleichen Tag selbst in Paris an einer Fahrrad-Rundfahrt teilnehmen wollte, musste ich mich sputen, um spätestens in 5 Tagen in Paris zu sein. Die Gurkerei durch das Ruhrgebiet und die Fahrt mit dem Rad zur belgischen Grenze wollte ich mir ersparen und beschloss zunächst, mit dem Zug von Witten nach Mönchengladbach zu fahren. Als "Packesel" sollte mein erst ca. ein Jahr altes Liegerad Quantum Toxy herhalten, mit dem ich zwar schon einige längere Tagestouren gefahren war, an dem aber nach und nach immer wieder neue Probleme mit den sogenannten "Hightech"-Komponenten wie Federgabel (Kunststoff-Stützscheibe gebrochen), Scheibenbremse (gewichtsoptimierte Bremshebel-Schelle angerissen), Hydraulik-Bremse (undicht), Rohloff Speedhub 500/14 (undicht) usw. auftraten. Vorsorglich hatte ich kurz zuvor noch ein paar Testfahrten gemacht, auf denen ausnahmsweise mal nichts ausfiel. Also war ich guter Dinge, das Rad könne auch die Strapazen einer mehrtägigen Radtour unbeschadet überstehen.

Mein Liegerad-Kollege Andreas, der zur Zeit in Paris lebt, hatte mir ein eMail geschickt, in dem er auf die "randonnée cycliste" (also die Fahrradrundfahrt) hinwies. Ihm schrieb ich per eMail, dass ich voraussichtlich am Abend des 21.07. in Paris ankommen würde und man sich ggf. dort treffen könne.

Danach besorgte ich mir noch diverses Kartenmaterial (Belgien/Luxemburg, Nordfrankreich, Stadtplan von Paris) packte das Nötigste in zwei Ortlieb Backroller so dass es am nächsten Morgen losgehen konnte. Das Wetter hatte zum Glück ein Einsehen mit meinem Vorhaben denn es nieselte nach der recht nassen Vorwoche nur leicht auf dem Weg zum Wittener Hauptbahnhof. Dort ging es mit der Regionalbahn zunächst nach Hagen, von wo aus ein Regionalexpress über Mönchengladbach nach Aachen fährt. Der Transport des bepackten Liegers in der vollbesetzten Regionalbahn (Berufsverkehr!) im Einstiegsbereich war schon etwas schwierig, konnte mich aber nicht abschrecken. Im Regionalexpress nach Aachen konnte ich das Rad dagegen im fast leeren Fahrradabteil gut unterbringen und ab da die Fahrt entspannt genießen. Beruhigend stellte ich fest, dass das Wetter, je weiter ich nach Südwesten kam, immer besser wurde. Ich konnte auf dem Satellitenfoto der letzten Wettervorhersage das Hoch über Frankreich ja auch schon deutlich sehen. Nach einem prüfenden Blick auf die Generalkarte Belgien/Luxemburg zeigte sich, dass es wohl angebrachter wäre, direkt bis Aachen mit dem Zug durchzufahren. Wäre ich, wie zuerst geplant, von Mönchengladbach aus gestartet, hätte ich einen Tag mehr für die Anreise benötigt und wäre erst am Samstag, 22.07. abends, also einen Tag vor Ankunft der Tour de France in Paris angekommen. Da ich bis Mönchengladbach mein auf Preisstufe C erweitertes B-Ticket des VRR verwenden konnte und eine Bahncard hatte, kostete mich die Zugfahrt nur ca. DM 20,- einschließlich Fahrradtransport. Um ca. 10:40 Uhr kam ich dann in Aachen an, wo das Abenteuer "Aachen-Paris per Liegerad" beginnen konnte.
 

Seitenanfang       Startseite        Erste Etappe


© 11.02.2001  Carsten Kompa  carsten.kompa@witten.org